Nr. 50/2008 vom 11.12.2008

Fischerlatein

Von Stephan Pörtner

König Hellgrün war schlecht gelaunt. Man hatte ihm sein Reich aberkannt, und das noch vor dem Mittagessen. Natürlich, so könnte man argumentieren, gibt es Schlimmeres. Zum Beispiel gar nichts zu haben. Kein König zu sein. Zwölf Paar weisse Hosen zu besitzen, die alle fleckig sind. Keine Zeit zu haben. Aber weil Könige nicht bescheiden sind, regte sich Hochwohlgeboren Hellgrün ganz furchtbar auf. Erst seine reizende Gemahlin Margarete von Stosszahn brachte es gegen sechzehn Uhr fertig, den Tobenden zu beschwichtigen. «Auf die dreizehn Quadratmeter kommt es nun wirklich nicht an», gab sie zu bedenken. Da ging der König fischen und ertrank.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch