Nr. 41/2009 vom 08.10.2009

Das Leben als Wahlkampf

Von Stephan Pörtner

In seinen Bemühungen, endlich in den Senat der Kleinstadt Wilmington gewählt zu werden, scheiterte Dr. Charles Krahwinkle seit Jahrzehnten konsequent. Sein Vermögen hatte er für Wahlkämpfe durchgebracht, seine Patienten vertrieben mit seinem stetigen Fühlen am Puls des Volkes, und die Familie war ihm vor Jahren schon davongelaufen, nicht zuletzt aufgrund seiner Familienpolitik. Trotzdem stellte er auch dieses Jahr wieder ein Programm auf, das selbst den überzeugtesten Demokraten und Pazifisten zu Tode langweilen musste. Sein Gegner war ein sechzehnjähriger Bengel, der nicht nur haushoch gewann, sondern sich gleich zum Senator auf Lebzeiten ausrufen liess. Kurz darauf verschied Krahwinkle als gebrochener Mann.

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