Nr. 50/2010 vom 16.12.2010

Brüllbiker

Von Stephan Pörtner

Im Wald war es still. Man hörte lediglich das Singen der Nachtigall und das Kreischen der Motorsäge. Aber für heutige Verhältnisse ist das immer noch still, denn normalerweise herrscht hier ein Grundlärmpegel von 98 Dezibel. Am lautesten ist das Geschnatter der Fitnessfraktion, die ausserdem hochtöniges Alustockgeklapper beisteuert. Die Hundsrufer und Beschwerdeführer, die Radaurentner und Brüllbiker sind auch nie um ein Geräusch verlegen. Für Waldverhältnisse war es an diesem Mittwoch also geradezu paradiesisch ruhig, und als den Christbaumholzern das Benzin ausging, war es für einen Moment so, wie es eigentlich sein müsste, wenn die Welt nicht so wäre, wie sie ist.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Brüllbiker aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr