Nr. 01/2011 vom 06.01.2011

Existenzialismus

Von Stephan Pörtner

Weil er in seinem Lieblingspub als «Hobbyrocker» betitelt wurde, regte sich der überzeugte, aber hierfür Jahrzehnte zu alte Mofalenker Jimmy Holzer fürchterlich auf. Nicht, weil man ihn einen Rocker nannte, obwohl es falsch war. Trotz seiner ausgefransten Jeansweste gehörte er keinerlei Rockerbande an. Was ihn wirklich wild machte, war der Umstand, dass ein Teil seiner Existenz als Hobby bezeichnet wurde, denn er widmete sich allem mit professionellem Eifer, auch wenn er schon lange keinen Beruf mehr ausübte. Um seine Ehre zu retten, fräste er mit dem Mofa in die Wirtschaft und hinterliess eine Spur von Gummi und Zerstörung in derselben.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch