Nr. 02/2011 vom 13.01.2011

Nebulöses aus der Forschung

Von Stephan Pörtner

Beim Versuch, eine linksdrehende Partikelschraube zu konstruieren, entwich aus Dr. Zinkweiss’ Labor ein Gas, das harmlos war, aber aussah wie Nebel. Weite Teile der Universitätsstadt, in der er seine Forschungen betrieb, waren für zwei Wochen derart eingesuppt, dass ein Teil der Bürger vom rechten Weg abkam und sich Szenen ereigneten, die bisher kaum für möglich gehalten wurden. Als Zinkweiss den letzten Forschungsbatzen verputzt hatte und sein Experiment abbrechen musste, lichtete sich der Nebel jäh, und es kamen Dinge ans Licht, über die man noch Jahre später lieber nicht sprach. Glück für Zinkweiss, er wurde nie erwischt und bekam neue Gelder.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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