Nr. 23/2011 vom 09.06.2011

Organisiertes Verbrechen

Von Stephan Pörtner

Der Dübendorfer Mafia-Mob lebte zurückgezogen und bescheiden in einem umgebauten Bauernhaus und war in der Nachbarschaft wohlgelitten. Von ein paar entführten Kötern und aufgebrochenen Gartenhäusern abgesehen, stellte die kriminielle Energie dieses stark überalterten Zweigs des organisierten Verbrechens keine Bedrohung für das Gemeinwesen dar. Erst als aus Volketswil eine Delegation der Einkausparadies-Crew ins Dübendorfer Territorium eindrang, kam es zu heftigen Wortgefechten, bei denen Dinge gesagt wurden, die von der Mehrheit der Nachbarn nicht verstanden und noch viel weniger gutgeheissen wurden. Doch der siegreiche Mob verhinderte einen scharfen Verweis an der Gemeindeversammlung durch Spenden einer neuen Kläranlage, die allerdings nie gebaut wurde.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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