Nr. 25/2011 vom 23.06.2011

Die verhinderten Hammerwerfer

Von Stephan Pörtner

In der Hoffnung, eines Tages etwas halbwegs Weltbewegendes auf die Reihe zu kriegen, schrieben die Gebrüder Kohler seit zwölf Jahren an einem Drehbuch, dessen Handlung umso undurchsichtiger wurde, je mehr sie sich hineinknieten. Angetrieben vom windigen Produzenten Edelweiss und einem ungesunden Ehrgeiz verkanteten sie sich dermassen in ihrem Gedankengerüst, dass man sie nicht einmal mehr mit dem Schweissbrenner hätte befreien können. Metaphorisch gesprochen. Konkret ausgedrückt hatten sie einfach ihre Bestimmung verfehlt und hätten zwar die Anlagen zu Weltklasseruderern oder Hammer-Hammerwerfern gehabt, doch da sie sich weder im einen noch im anderen je versuchten, blieb ihnen nichts übrig, als zu scheitern.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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