Nr. 33/2011 vom 18.08.2011

Ohne Hoffnung

Von Stephan Pörtner

Die Anlagewerte rasselten diesen Sommer tiefer in den Keller als die Temperaturen, was zu einer allgemeinen Verschnupftheit in den Badehäusern und auf den Segeljachten des lokalen Binnengewässers führte. Hatte man sich doch eben erst aus der letzten Finanz- und Schlechtwetterkrise gerettet, indem man die gemeinen Leute tief in die Tasche greifen liess, was diese nur zu gern taten, denn was wäre das Leben ohne die Reichen und Schönen und die vage Hoffnung, eines Tages zu ihnen zu gehören? Diesmal aber war zu befürchten, dass die Habenichtse, Arbeitnehmer und staatlichen Kassen derart ausgeplündert waren, dass sie die Zeche nicht übernehmen konnten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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