Nr. 40/2011 vom 06.10.2011

Die Zeitmaschine im Hühnerstall

Von Stephan Pörtner

Niemand erinnerte sich mehr genau daran, wie es früher gewesen war, aber die meisten waren sich einig, dass es besser gewesen sein musste. Um diesem Ärgernis ein für alle Mal ein Ende zu setzen, erfand Jim Grosshuber eine Zeitmaschine. Zumindest behauptete er das. Bei näherem Hinschauen handelte es sich um einen alten, finsteren, vollgeschissenen Hühnerstall, in den er die interessierten Nostalgiker, je nach gewünschtem Zeitalter, zwischen zwei Stunden und drei Tagen einsperrte. Wenn die von Hitze, Kälte, Hunger und Durst Geplagten dann endlich wieder herauskriechen durften, hatten sie ein realistischeres Bild von früher und freuten sich am Hier und Jetzt.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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