Nr. 42/2011 vom 20.10.2011

Kurz vor den Wahlen

Von Stephan Pörtner

Am 21. Oktober kam es zum lange erwarteten Zusammenbruch des Gesamtsystems. Nachdem es jahrelang geknirscht und geknackt hatte, stürzte endlich alles mit einem sanften, fast kissenweichen Geräusch zusammen. Trotz aller unzweideutigen Vorzeichen waren die meisten völlig verdattert, als ihnen klar wurde, dass der Ofen jetzt aus war und der Abstieg nicht nur begonnen hatte, sondern sich rasant und schmerzhaft vollziehen würde. Doch statt sich mit der dringlich notwendigen Ausdauer zu wappnen und warm anzuziehen, verfielen die meisten darauf, die Wahrnehmung zurückzufahren und den alten Zeiten nachzuhängen. Erst als die Herbstferien wegen Zahlungsunfähigkeit gestrichen wurden, reagierte man mit der angemessenen Panik.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Kurz vor den Wahlen aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr