Nr. 11/2012 vom 15.03.2012

Die mündige Bürgerin

Von Karin Hoffsten

Ojemine, die Buchpreisbindung! Ich wusste lange nicht, wofür ich sein soll. Dabei bringe ich – erklärte Vielleserin und einst gar Bibliothekarin von Beruf – dem Kulturgut Buch gewiss das nötige Mass an Ehrerbietung entgegen.

Aber ich liebe Bibliotheken und zähle die Idee, gelesene Bücher weiterzugeben, zu den grossen Errungenschaften der Menschheit. Also kaufe ich fast keine. Und falls doch, sitze ich gern schmökernd auf dem roten Sofa in der Grossbuchhandlung oder bestelle bei Amazon.

Schluck. Jetzt ist es raus. Nein: Ich habe keine kleine persönliche Buchhandlung, in der mir die Buchhändlerin meines Vertrauens eine Lektüre empfiehlt. Und ich will auch keine haben, es ist mir zu eng. Doch weil ich nicht noch grössere Schuld auf mich laden wollte, hab ich am Sonntag Ja gesagt.

So ist das in der direkten Demokratie. Sexverrichtungsboxen, zum Beispiel, brauch ich noch weniger. Und doch hab ich auch denen zugestimmt.

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