Nr. 14/2012 vom 05.04.2012

Carsharing im Osterstau

Von Stephan Pörtner

Die unsinnigen und deprimierenden Frühlingsfeiertage, deren Einhaltung auch jenen Teilen des Publikums aufgezwungen wird, die damit nichts anfangen können, sind besonders schrecklich, wenn das Wetter gut ist. Zwar wäre es denkbar, sich aus reinem Widerwillen per Carsharing in den Gotthardstau einzuloggen und ohne echte Übernachtungsabsicht an Rezeptionen ausgebuchter Hotels und Campingplätze herumzuzetern, doch wer sich diesen Spass einmal geleistet hat, wird dessen Niedertracht bald überdrüssig. Die Alternative besteht darin, dunkel zu machen und fernzusehen oder sich einer Arbeit zu widmen, die dem Festtagsrhythmus nicht unterworfen ist. Schlussendlich hilft aber alles nichts, und es bleibt nur die Hoffnung auf den Herbst.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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