Nr. 14/2012 vom 05.04.2012

Familienformen

Im Buch «Familienbande. 15 Porträts» geht die Soziologin und Journalistin Christina Caprez den vielfältigen Arten und Weisen nach, wie heute Kinder aufwachsen. Sie porträtiert Lesben, Schwule und Transgendermenschen mit Kindern, Wohnkollektive und Wahlfamilien, Patchworkkonstellationen und binationale Familien sowie Familien, die durch Adoption oder künstliche Befruchtung entstanden sind. In Zürich gibt es nun zweimal eine Lesung mit Diskussion. Später werden mit Caprez auch noch Veranstaltungen in Bern und Basel stattfinden.

Zürich Les Complices, Anwandstrasse 9, 
Mo, 9. April 2012, 20 Uhr. Sheraton, Neues Schloss Hotel, Stockerstrasse 17, Mi, 18. April 2012, 19.30 Uhr.

Folter- und Kriegsopfer

In der Schweiz leben Menschen, die traumatisiert sind von Krieg und Folter, die sie in ihrer Heimat erlebt haben. Es ist ihnen kaum möglich, über das Erlebte zu sprechen. Das Unaussprechliche – eigentlich der Schlüssel zum Bleiberecht in der Schweiz – treibt in die Isolation. Die in der Ausstellung über Folter- und Kriegsopfer in der Schweiz von Meinrad Schade (Fotos) und Martina Kamm (Texte) Porträtierten sind «anders». Ihre Erfahrungen haben sie zu Fremden gemacht, zu Fremden in der Welt und im eigenen Leben.

Zürich RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44. Die Ausstellung ist bis Mo, 30. April 2012, täglich von 8.30–18.30 Uhr geöffnet.

Rüstungsgeschäfte

Im Bodenseeraum gibt es über ein Dutzend Firmen im Bereich Rüstung und Waffenausfuhr (vgl. «Eine kriegerische Idylle»). Der Friedensweg am Ostermontag (zu Fuss, mit Bahn und Fähre), zu dem über vierzig Organisationen einladen, führt von Arbon dem See entlang nach Steinach, wo Jo Lang (Altnationalrat der Grünen, GSoA-Vorstand) vor der Firma STI Hartchrom für das Waffenausfuhrverbot plädiert und über den Export von Geschützrohren spricht. Dann geht es zur Firma MTU Friedrichshafen, wo Jürgen Grässlin (Rüstungsexperte, Träger des Aachener Friedenspreises 2011) referiert. In Friedrichshafen ist auch die Abschlussveranstaltung im Gemeindehaus St. Nikolaus mit der Präsentation des Aufrufs «Rüstungsfreie Zone Bodensee», einem kleinen Imbiss und Musik.

Arbon bis Friedrichshafen Treffpunkt beim Bahnhof Arbon, Mo, 9. April 2012, 9.45 Uhr, Abschlussveranstaltung ab 15 Uhr. 
Detailliertes Programm: www.sosos.org.


Das Motto des diesjährigen Ostermarschs lautet «Stopp der wirtschaftlichen Gewalt – Rohstoffe zum Leben». Die Forderungen: Die Schweiz solle sich ihrer Verantwortung bewusst werden und sich international gegen Unterdrückung und Ausbeutung einsetzen, statt sich die Hände mit Waffendeals schmutzig zu machen; Firmen mit Sitz in der Schweiz sollen verpflichtet werden, die hier geltenden Regeln (beispielsweise die Menschenrechte) auch in ihren Firmen im Ausland durchzusetzen; und die Schweiz solle endlich militärisch abrüsten und für echte Sicherheit durch Bildung, soziale Sicherheit und einen nachhaltigen Umgang mit der Natur sorgen. Louise Schneider von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) und Angelica Ortiz, Mitarbeiterin der indigenen Frauenbasisorganisation Fuerza de Mujeres Wayúu, werden referieren. Zum Abschluss gibt es Musik von der GSoA-Band «Pazif und ab u zue blutt» und von Chèvre Chô sowie ein jurassisches Buffet.

Bern Mo, 9. April 2012, 13 Uhr, Auftakt beim Eichholz an der Aare (Endstation Wabern Tram 9). Marsch entlang der Aare, Schlusskundgebung 14.30 Uhr auf dem Münsterplatz.

Baumwolle

Baumwolle ist weltweit ein wichtiger Rohstoff für verschiedenste Produkte. Der Fotograf Hans Peter Jost und die Journalistin Christina Kleineidam haben ihr ein grosses Erkundungsprojekt gewidmet. Von 2006 bis 2008 bereisten sie die sieben wichtigsten Baumwolle produzierenden und verarbeitenden Länder: Indien, Usbekistan, China, Mali, Tansania, Brasilien und die USA. Ihre Fotos und Reiseberichte, die nun ausgestellt werden, porträtieren die Menschen, die in Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung der Pflanze involviert sind. Sie zeigen die kulturelle Vielfalt dieser «Baumwollwelt», aber auch ihre sozialen und ökologischen Probleme, und machen die globalen Zusammenhänge von der Produktion bis zu den KonsumentInnen bewusst. Ergänzt wird die Ausstellung mit Museumsobjekten und historischen Dokumenten. Wichtige Gegenwartsfragen werden mit Themenfenstern vertieft.

St. Gallen Historisches und Völkerkundemuseum, Museumstrasse 50. Die Ausstellung dauert 
bis 1. Juli 2012.

Gender

Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise spitzt sich die Care-Frage zu: Wie organisieren Gesellschaften die unabdingbare Versorgungs- und Sorgearbeit? Wer hat überhaupt noch Zugang zu Care, wenn Staaten sparen und die Privatwirtschaft übernimmt? Was passiert in den Haushalten im Norden und im Süden und auf den globalisierten Care-Arbeitsmärkten? Wie steht es mit der Zeit, dem Geld, den Rechten der Frauen? Eine Tagung von Women In Development Europe (WIDE) beleuchtet aus transnationaler feministischer Perspektive vier Schauplätze geschlechter- und machtpolitischer Verschiebungen im Feld der bezahlten und unbezahlten Arbeit: die Haushaltsökonomie, das Gesundheitswesen, die globalisierte Arbeit und die öffentlichen Finanzen.

Bern Pädagogische Hochschule, Gertrud-Woker-Strasse 5, Fr, 4. Mai 2012, 9.15–20 Uhr. Kosten: 120 Franken, für WIDE-Mitglieder und wenig Ver
dienende 80 Franken. Anmeldung (bis 13. April 2012):

www.wide-network.ch/anmeldung,
 Infos: ursina.anderegg@wide-network.ch.

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