Nr. 15/2012 vom 12.04.2012

Halbvoll oder halbleer?

Von Stephan Pörtner

Die letzte Woche ist immer die produktivste, so wie die untere Hälfte der Spülmittelflasche oder Salbentube stets doppelt so lange hält wie die obere. Darum sollten nur halbvolle Gebinde abgegeben werden, als echter Beitrag zur Nachhaltigkeit, der aber nie verwirklicht werden wird, weil die Leute «Betrug» rufen würden, wenn alles nur halbvoll wäre, von den dummen Diskussionen über «halbvoll oder halbleer», die in Talkshows, auf Kommentarseiten und in Kolumnen herumschwappen würden, einmal abgesehen. Bei den Wochen ist es noch schlimmer, weil es zu einer letzten mindestens eine erste Woche braucht, sodass man selbst im besten Fall sein halbes Leben vertrödelt.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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