Nr. 21/2012 vom 24.05.2012

Fortschrittliche Sparpolitik

Von Stephan Pörtner

Nie zuvor hatte es so viel Einigkeit darüber gegeben, was der Privatsphäre zuzurechnen und darum abzulehnen sei. So konnte endlich ein bunter Strauss unerfreulicher oder zumindest unansehnlicher Tätigkeiten nicht nur aus dem öffentlichen Leben, sondern rundweg gestrichen werden. Die dadurch eingesparte Energie wurde in riesige Speicherseen umgeleitet, die dazu noch dem Badevergnügen hätten dienen können, wäre dieses nicht aus oben genannten Gründen abgeschafft worden. Darüber hinaus konnte das Hintergrundrauschen um mehrere Dezibel gesenkt werden. Lang anstehen musste auch niemand mehr. Natürlich formierte sich ein Referendumskomitee, dessen Aktivität aber nur in Freihaltezonen, Fisch- und Vogelschutzgebieten geduldet wurde und so wirkungslos verpuffte.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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