Nr. 31/2012 vom 02.08.2012

Landleben

Von Stephan Pörtner

Der Umzug aufs Land brachte für Messmer nicht die erwartete Harmonie und Zuversicht. Was daran lag, dass er keiner Ganztagsbeschäftigung nachging und darum von der ansässigen Landbevölkerung, sofern es sich nicht um Zuzüger handelte, die sich keinen Millimeter über den mit Billighypotheken finanzierten Grundbesitz hinaus für ihre Umwelt interessierten, schief angeschaut und mit einer an Grobheit grenzenden Höflichkeit behandelt wurde. Auch die rustikale Lebensweise erwies sich nicht als erfüllend, sondern bloss als mühsam. Als an einem frischen Mittwochmorgen dann auch noch der Pumpenschwengel abbrach, warf Messmer das Handtuch und zog in eine Kleinstadt im nahen Ausland, der Heimat endgültig überdrüssig.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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