Nr. 34/2012 vom 23.08.2012

Ferien im Auto

Von Stephan Pörtner

Im Rückspiegel sah die hochgelobte Mittelmeerküste denn auch ganz annehmlich aus, aber auszusteigen traute sich Wattwyler doch nicht, weil er wusste, wie enttäuschend es sein konnte, wenn man es zu genau wissen wollte. Was von weitem wie ein romantischer Sandstrand aussah, konnte sich von nahem rasch als Generationenquetsche entpuppen, in der die verschiedenen Alter und Heimatländer derart ungeschickt aneinandergereiht wurden, dass nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr mächtig leiden musste, wenn man sich zu nah heranwagte. Darum fuhr Wattwyler, ohne auszusteigen, durch vier Länder, übernachtete auf Parkplätzen und kehrte schliesslich mit einer grossen inneren Müdigkeit nach Hause zurück.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Ferien im Auto aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr