Nr. 37/2012 vom 13.09.2012

Von Karin Hoffsten

Medizinische

In der aktuellen Ausgabe des jüdischen Monatsmagazins «Aufbau» wurden die «Folgen des Mordes an den Spartakisten» analysiert. Gemäss Website des Magazins «spielte der Spartakusbund selbst in den Streikwochen im Januar 1918 gleichwohl keine allzu grosse realpolitische Rolle. Doch im Zuge des militärischen Zusammenbruchs und nach der Amnesie für politische Gefangene im Oktober erstarkte der Spartakusbund unter dem nun aus dem Gefängnis entlassenen Liebknecht neu.» In diesem Zusammenhang stellt WOZ-Leser J. sich und uns «die Frage, ob die Linke mittlerweile das volle historische Bewusstsein wieder erlangt» habe, was er bezweifelt. Wir finden, besser als die in andern Kreisen um sich greifende Lobotomie ist das doch allemal.

Schnelle

Die Gratiszeitung «20 minuten» wusste Sensationelles zu berichten: «In Weltrekordzeit von 4:53 Minuten durchschwamm der Schweizer Bruno Baumgartner gestern bei Wassertemperaturen von 16 Grad die Ostsee von Puttgarden (D) nach Rødby (DK).» Die Strecke misst rund zwanzig Kilometer. Dass der 42-jährige Langstreckenschwimmer gewonnen hat, obwohl er als erster Schweizer überhaupt «an diesem bedeutenden Schwimmen teilgenommen hat», kann allerdings nur ausserhalb der helvetischen Landesgrenzen erstaunen. Hierzulande weiss man, zu welchen Leistungen die BewohnerInnen unseres kleinen Berglands, das weder über einen Meereszugang noch nennenswerte Bodenschätze verfügt, imstande sind.

Unverwechselbare

Bei den Tätern, nach denen die Polizei im «Tages-Anzeiger» mit den Beschreibungen «sehr gross, schwarze kurze Haare, schlank, Typ ähnlich Windhund» und «gross, einfarbig, beige/braune mittellange Haare» suchte, handelt es sich entgegen ersten Vermutungen weder um Heiratsschwindler noch – obwohl ihnen eine Rehmutter zum Opfer fiel – um jene «Bambikiller», die laut «SonntagsZeitung» in Graubünden Jagd auf Rehkitze machen. Nein, es waren zwei Hunde aus Winterthur. Auch der beste Freund des Menschen hat schliesslich ein anständiges Signalement verdient.

Tierische

Es war ebenfalls der «Tages-Anzeiger», der uns darauf hinwies, dass StadtbewohnerInnen, die zum politisch linken Spektrum zählen, sich mehrheitlich ein weit friedlicheres Haustier halten, für das sie sogar seit vielen Jahrzehnten eigene Siedlungen errichten: «Seit 1965 gilt in Zürich die Regel, dass bei Genossenschafssiedlungen das Baurecht rund 16 Prozent, die Baukosten 84 Prozent des Gesamtpreises ausmachen.»

Heimlifeisse

Eine alarmierende Mail versandte Greenpeace Schweiz, deren Betreff lautete: «Mühleberg in Fukushima darf nicht passieren!» Dank Recherchen der unerschrockenen Umweltorganisation wurde gerade noch rechtzeitig aufgedeckt, dass Uvek und Ensi gemeinsam planten, in einer Nacht- und Nebelaktion das Atomkraftwerk Mühleberg nach Japan zu verschiffen. Dort sollte das AKW unter den Fukushimatrümmern versteckt werden, wo japanische Behörden sich schon lange nicht mehr hintrauen. Offenbar wollte man Rückbaukosten sparen. So nicht!

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