Nr. 26/2013 vom 27.06.2013

Komplett eingependelt

Von Stephan Pörtner

Dass die Stosszeiten abgeschafft gehörten, waren sich alle einig. Doch die einen wollten den SpeckgürtelbewohnerInnen das Pendeln mittels Strassenzöllen und Stadtmauern austreiben, die anderen das Eisenbahnfahren derart verteuern, dass sich das Arbeiten nur noch für FussgängerInnen lohnte. Auch das Einführen der allgemeinen Schichtarbeit wurde ernsthaft erwogen sowie das ersatzlose Streichen der Tages- und Nachtzeiten, sodass niemand mehr einen Grund hätte, sich ausgerechnet morgens zwischen sieben und neun oder um fünf Uhr abends im öffentlichen Raum herumzutreiben und der Fortbewegung verdächtig zu machen. Aber jemand war immer dagegen, und so wurde beschlossen, dass, wer nach Bern wollte, halt selber schuld war.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Nächstens erscheint von ihm «Mordgarten. Ein Genossenschaftskrimi». Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. www.stpoertner.ch

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