Nr. 34/2013 vom 22.08.2013

Sardinen im Zug

Von Stephan Pörtner

Dem Problem, dass es im Zug ständig Krach gab, ob man bei brütender Hitze die Fenster öffnen oder eben geschlossen halten sollte, war die Eisenbahngesellschaft beigekommen, indem sie nur noch Züge einsetzte, bei denen sich die Fenster gar nicht erst öffnen liessen. Dafür wurden Klimaanlagen eingebaut, die jedoch dem allgemeinen Ferien- und Freizeitreglement unterstellt waren und sich deshalb strikte weigerten, in den Sommermonaten ihren Dienst zu versehen. So wurden diejenigen, die gemeint hatten, durch hochsaisonale Strandvermeidung dem Gefühl in einer Sardinenbüchse eingequetscht und langsam gegoren zu werden, entgehen zu können, eines Besseren belehrt und erkannten, dass alles völlig sinnlos war.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Vor kurzem ist sein neuer Krimi «Mordgarten» erschienen, der in der Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft spielt. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. www.stpoertner.ch

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