Nr. 36/2013 vom 05.09.2013

Form- und Farbenspiele der Bergwelt

Manchmal muss man in die Luft gehen, um die Pracht unten zu erkennen. Für einmal hat einer das Richtige daraus gemacht.

Von Pit Wuhrer

Man sieht sie nicht immer, das Wetter muss schon mitmachen, und oft zeigt erst ein Blick von oben die Wunderwelt, die tektonische Plattenverschiebungen, gewaltige Gletscherströme und beständige Erosion geschaffen haben. Und so richtig fallen einem die vielfältigen Form- und Farbenspiele, die die Alpen zu bieten haben, mitunter erst durch Fotografien auf – wie jene, die im wunderschönen Bildband «Kunstwerk Alpen» des Bergverlags Rother versammelt sind.

Für dieses Buch war der Fotograf und Geologe Bernhard Edmaier acht Jahre in den Alpen unterwegs, oft zu Fuss, meistens aber mit dem Helikopter. Von den dabei entstandenen 15 000 Aufnahmen hat er 188 ausgewählt – zum Teil Nahaufnahmen von Fels- und Eisformationen, zum Teil Bilder von ganzen Gebirgszügen. Und all diese Fotos erzählen eine Geschichte, erläutert von den knapp-präzisen Texten der Geologin Angelika Jung-Hüttl: Wie die Berge im Alpenbogen – von den Calanques am Mittelmeer über das ursprünglich afrikanische Matterhorn bis zu den Hügeln der Karnischen Alpen im Osten – entstanden sind. Und wie vergänglich die Pracht ist – beim Fels weniger schnell als bei den Gletschern.

Für Wissenschaftlerinnen mag der Bildband keine neuen Erkenntnisse bieten, Bergsteiger hingegen werden sich über die vielen ungewohnten Einblicke freuen. Allen anderen bleibt nur das Staunen: Wow, so nah liegt die Schönheit, von der Natur geschaffen.

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