Nr. 47/2013 vom 21.11.2013

Die Nazikeule

Von Karin Hoffsten

Die Nazikeule

Nina Fehr Düsel und Roland Scheck, beide SVP, sind das Traumpaar der nächsten Zürcher Stadtratswahlen. Als Tochter von SVP-Nationalrat Hans Fehr bringt Frau Fehr Düsel die passenden Gene mit, ihr Leistungsausweis stand im «Blick»: «Beim ‹Elite Model Look 98› schaffte sie es unter die schönsten zehn.» Halt – stopp! Das ist jetzt sexistisch und gemein, denn Fehr Düsel ist auch Juristin und Versicherungsexpertin und arbeitet an ihrer Doktorarbeit.

Herr Scheck brilliert weniger mit äusseren Reizen – uuiii, sorry, das ist jetzt schon wieder gemein! – als mit Kunstsachverstand. Gemäss seiner Expertise auf svp-stadt-zuerich.ch «betreibt der rot-grüne Stadtrat (…) abartige Kunst im öffentlichen Raum».

Das sagte Herr Scheck auch an einer Wahlveranstaltung, die NZZ zitierte kommentarlos. Wenn er das so gesagt habe, fand online ein Leser, «dann Gnadgott den Zürchern wenn die braune Denkart der Nazis wieder Massstab werden sollte!», ein anderer antwortete: «Zwischen ‹entartet› und ‹abartig› besteht immer noch ein Unterschied, auch wenn sie das nicht bemerkt haben, weil sie lieber mit der Nazikeule rumlästern wollen.»

Tja. Mit diesem Gerät schlägt unser Rechtspopulismus immer wieder mal gern zurück. Vermutlich ist es eine Spätfolge der abartigen Geschichtsstunden bei entartetem, linkem Lehrpersonal.

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