Nr. 47/2013 vom 21.11.2013

Der Untersuchungsbericht

Ruedi Widmer zu den Bestechungen im Zürcher Sexmilieu

Vorgänge wie die mutmasslichen Bestechungen von SittenpolizistInnen durch den Chilli’s-Sexclub an der Zürcher Langstrasse kennt man eigentlich nur aus Drittweltländern wie Deutschland, USA, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, dem Fifa-Hauptsitz und dem Wallis. Die bis jetzt bekannten Ereignisse sind wohl nur die Spitze der Erregungspyramide (Matterhorn).

Lösungen in dieser Sache sind schwierig, denn allen Beteiligten haften Minderheitenmakel an: Der Hauptverdächtige ist waschechter Ausländer, die sexuellen Polizistenverführerinnen sind Frauen und der Polizeivorstand ein Linker. Ein idealer Cocktail für Probleme und Ärger wie Gleichstellungsbüros, «Clubs» im SRF, Sexgewerbe, Kinderkrippen, Katastrophen in Lampedusa und 1:12-Initiativen.

Der AL-Polizeivorsteher Richard Wolff ist der Sache nicht gewachsen, da er Polizeigewalt ablehnt und vermutlich eher amerikakritisch ist. Das ist sein Fehler. Denn ein Anruf bei der US-Botschaft in Bern hätte gereicht, und er hätte alle Handygespräche zwischen seinen Beamten und den Sexhexen von der Langstrasse ausgehändigt bekommen. Das Problem hätte sich von selber gelöst und müsste jetzt nicht von der Presse lang- und breitgetreten werden. Solche Ereignisse mobilisieren nur wieder eine Handvoll JournalistInnen – der Hauptkostenpunkt der grossen Medienhäuser. So kann die Rendite der Verlage nicht steigen.

Es ist höchste Zeit, die Zürcher Stadtpolizei unter Aufsicht der Winterthurer Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier zu stellen. Diese hätte nicht gezögert, die ganze Sexszene der Zürcher Langstrasse mit Tränengas aus ihren Lotterbetten herauszuspritzen, einzukesseln, züchtig anzuziehen und dann ins Sittenpolizeizentrum nach Altstetten zu verfrachten. Das Sexgesindel wäre dort zuerst mal ein paar Wochen in die Sexboxen gesperrt worden, bei Wasser und Brot, um die Lenden abzukühlen.

Jetzt muss allen Bestechungen nachgegangen werden. Was, wenn HausbesetzerInnen PolizistInnen bestechen, indem sie ihnen gratis Dienstleistungen wie Punkkonzerte anbieten? Wer sagt denn, dass die kunstschulmässigen Brillenfritzen mit ihren trendigen Bärten, die sich oft in illegalen Bars aufhalten, nicht bestochene Polizisten sind? Auch Polizisten sind Menschen, die mal Sex haben oder eben mal einen Abend lang den Hipster geben wollen, um von den Frauen angehimmelt zu werden. Die Versuchung ist immens und der Bart ein willkommener Tarntrick, den die Polizisten von den Räubern kennen. Wer dauernd von Falschparkern beschimpft und vom islamistischen, vermummten schwarzen Block gesteinigt wird, der will auch mal die schönen Seiten des Lebens erfahren, auch wenn es verboten ist. Vielleicht müssten trotz aller Bedenken mehr Frauen als Beamte unterwegs sein, denn wenn ein bestochener Hipsterpolizist mit Bärtchen Brüste hat, fällt das schon an Ort und Stelle auf und muss nicht teuer untersucht werden. Und normalerweise gehen auch eher Frauen an Steinigungen.

Was können Sie persönlich tun, damit solche Dinge wie an der Langstrasse nicht mehr geschehen? 1. Keinen Chili mehr essen. Das Gewächs ist scharf und macht scharf. 2. Alles, was mit Sex zu tun hat, meiden. Kalt duschen, wenn sich sündige Gefühle im Körper breitmachen. 3. Die Langstrasse abbrechen. 4. Keine Verkehrsbussen mehr bezahlen. Die Busse ist das Vorzimmer der Bestechung.

Ruedi Widmer ist Cartoonist in der Polizeistadt Winterthur, äh, Stadtpolizei Winterthur.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch