Nr. 50/2013 vom 12.12.2013

Fertig, Schluss, amen!

Von Karin Hoffsten

«Es isch zwar nöd wie bim Saddam Hussein, det isch es nur eine gsii, aber langsam chömed mir mit dene föif Bundesrichter ine Diktatur ie!», sagte ein Anrufer auf Tele Züri. Auslöser für seine Sorge um die Demokratie war das Bundesgerichtsurteil zur Verwahrung des Mörders von Lucie Trezzini.

Zum Glück ist dieser Anrufer allein noch nicht relevant fürs politische Geschehen in unserem Land. Doch im selben Sender griff auch SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner tief in die Wutkiste: «Mir müend die Lüüt zur Verantwortig zie, wo söttige schlimme Mönsche d Freiheit gönned. Die ghöre hinter Schloss und Rigel! Fertig, Schluss, amen!»

Ich habe das Glück, nie einen nahestehenden Menschen durch Gewalt verloren zu haben, und masse mir nicht an, den Schmerz zu empfinden, dem die Familie eines Mordopfers ausgeliefert ist. Aber ich will die Diskussion nicht jenen Kreisen überlassen, die die Menschenrechte für undemokratisch halten und einen nur schon beim Gedanken, über Jahrzehnte könne sich ein Mensch vielleicht ändern, der Kumpanei mit Mördern verdächtigen.

Wegsperren bis zum letzten Atemzug, fordern sie, doch ich fürchte, sie meinen die Todesstrafe. Oder wie es einer der vielen Fans von SVP-Nationalrätin Natalie Rickli auf deren Facebook-Seite ausdrückt: «Aufspühren finden foltern fernichten»!

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