Nr. 04/2014 vom 23.01.2014

Pfannenschmelzen im Blautannental

Von Stephan Pörtner

Der Niedergang des traditionellen Pfannenschmelzens im hinteren Blautannental wäre nicht weiter aufgefallen, wenn nicht kurz vor der nächsten Punktesammelaktion eines drei Täler weiter angesiedelten Supermarktes der Landammann einen geharnischten Brief an sämtliche Behörden geschickt hätte. Während sich das Pfannenschmelzen früher auf wenige Tage im Jahr beschränkte, da praktisch niemand eine besass, war das idyllische Tal in den letzten Jahren dermassen mit Billigpfannen überschwemmt worden, dass deren Schmelze einen beträchtlichen Teil der verfügbaren einheimischen Vollzeitstellenäquivalente absorbierte. Dadurch war die Gegend dermassen verlottert, dass nicht einmal mehr WanderInnen kamen. Die Behörden reagierten prompt und riegelten das Blautannental komplett von der Aussenwelt ab.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Im Juni 2013 ist sein neuer Krimi, «Mordgarten», erschienen, der in der Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft spielt und unter www.woz.ch/shop/buecher erhältlich ist. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. 
www.stpoertner.ch

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