Nr. 49/2014 vom 04.12.2014

Erster Weltkrieg

In der Ringvorlesung der Universität Zürich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hält Dirk Schumann von der Georg-August-Universität Göttingen einen Vortrag über Gewaltformen und Gewalterfahrungen in Kriegen. In der Woche darauf folgt das Referat «Völkerrecht und Erster Weltkrieg» von Oliver Diggelmann von der Universität Zürich.

Zürich Universität Zentrum, Karl-Schmid-Strasse 4, Raum F-180, Do, 4. und 11. Dezember 2014, 
jeweils 18.15 Uhr.

Frieden

Was tragen internationale Organisationen zur Friedenssicherung bei, und welche Rolle spielen demokratisch nicht legitimierte Organisationen wie die G20? Diese Fragen werden an einer Veranstaltung mit Referaten des Völkerrechtsexperten und WOZ-Mitarbeiters Andreas Zumach sowie des Historikers und Altnationalrats Josef Lang diskutiert.

Basel Restaurant Rebhaus, Riehentorstrasse 11, grosser Saal, Fr, 5. Dezember 2014, 20 Uhr.

Geschlechterfragen

Zum Abschluss der Ringvorlesung «Männlichkeitsvorstellungen und Männerbilder heute» findet ein Podiumsgespräch statt. Die TeilnehmerInnen: Nils Jent (Direktor des Competence Center for Diversity and Inclusion, Universität St. Gallen), Stefan Sander (Universität St. Gallen und Teilzeitvater), Andreas Borter (Schweizerisches Institut für Männer- und Geschlechterfragen), Nathan Schocher (Doktorand am Zentrum Gender Studies, der Universität Basel, Vater in einer Regenbogenfamilie), Niklaus Flütsch (Gynäkologe, Sprechstunde für transidentitäre Menschen) und Elena Marchukova (Studentin Management, Organisation und Kultur, Universität St. Gallen).

St. Gallen Universität, Raum HSG 58–022, Tellstrasse 2, Nähe HB, Do, 11. Dezember 2014, 18.15–19.45 Uhr. 
www.genderportal.unisg.ch/de/aktuell

Kolumbien

Jann Duri Bantli, der zweimal mit Peace Watch Switzerland im Einsatz war, liest aus seinem Buch «Bodenschätze: Landvertreibung. Eine Reise nach Kolumbien». Er beschreibt darin die Realität der drei Kleinbauerngemeinden Las Pavas, El Garzal und El Hatillo im Nordosten Kolumbiens: von Paramilitärs verfolgt, von der expandierenden Agro- und Bergbauindustrie bedrängt, vom Staat im Stich gelassen.

Bern Libromania, Länggassstrasse 12, 
Do, 4. Dezember 2014, 19 Uhr; Zürich Buchhandlung 
im Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, 
Mi, 10. Dezember 2014, 19.30 Uhr.

Landwirtschaft

Im Rahmen der Ausstellung «Wir essen die Welt» gibt es einen Vortrag über biologische Landwirtschaft in Tansania. Janet Maro und Alexander Wostry berichten über ihre Arbeit mit KleinbäuerInnen und die Erfahrungen ihrer Organisation Sustainable Agriculture Tanzania (www.kilimo.org), die sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzt.

Vaduz Liechtensteinisches Landesmuseum, 
Städtle 43. Vortrag: Mi, 10. Dezember 2014, 18 Uhr. Führung: So, 14. Dezember 2014, 11 Uhr. 
Ausstellung bis 22. Februar 2015.

Menschenrechtsfilmtage

1998 stürzt ein mit Zyanid beladener Lkw beim kirgisischen Dorf Barskoon in den Fluss. Mehrere Menschen sterben, und Hunderte von DorfbewohnerInnen erkranken. Sieben Jahre später – während deren die kirgisische Regierung nichts unternommen hat – beginnen mutige Frauen ihren Kampf für die Rechte der Opfer. Sie gründen eine kleine Umweltorganisation und schaffen es schliesslich, 3,7 Millionen US-Dollar Entschädigung zu erstreiten. Davon handelt der Film «Flowers of Freedom» von Mirjam Leuze. Im Anschluss an die Vorführung des Films findet ein Gespräch mit Leuze statt.

Fr, 5. Dezember 2014, 18 Uhr.

Eren Keskin berichtet von ihren Erfahrungen als Anwältin in den neunziger Jahren, als der Krieg zwischen den kurdischen Guerillas und dem türkischen Staat immer heftiger wurde und der Staat sexuelle Gewalt gegen Frauen als Kriegspolitik einsetzte. Die Politikerinnen Gültan Kisanak und Aysel Tugluk schildern den Kampf der KurdInnen. Die ehemalige Guerillera Sakine Cansiz wurde am 9. Januar 2013 zusammen mit zwei ihrer Freundinnen in Paris ermordet. Schon zu Lebzeiten war sie eine Ikone des kurdischen Widerstands. Der Film «Hêvî» erzählt von ihrem Leben und geht der Frage nach, warum sie ermordet wurde. Nach der Vorführung wird es ein Gespräch mit Regisseur Yüksel Yavuz geben.

So, 7. Dezember 2014, 10.30 Uhr, Gespräch ab 12.20 Uhr.

Januar 2014, brasilianisches Amazonasgebiet: Die Umsiedlung von fast 40 000 Menschen am Rio Xingu hat begonnen, hier entsteht der drittgrösste Staudamm der Welt. Dafür werden über 600 Quadratkilometer Urwald gerodet, Indigene, BäuerInnen und BewohnerInnen der Provinzhauptstadt Altamira zwangsumgesiedelt. Mehrfach haben Gerichte das Projekt für illegal erklärt. Im Anschluss an die Vorführung spricht Christoph Wiedmer von der Gesellschaft für bedrohte Völker mit Regisseur Martin Kessler über dessen Film «Count-down am Xingu IV» zum Staudammprojekt.

So, 7. Dezember 2014, 14 Uhr, Gespräch ab 15.30 Uhr.

Das frühere Ferienheim Flüeli in Valzeina wird seit 2007 als Ausreisezentrum für abgewiesene Asylsuchende benutzt. «Life in Paradise» zeigt das Leben im Dorf. Der Filmvorführung folgt eine Diskussion mit Marianne Hochuli (Caritas), Sadou Bah (Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz) und Daniela Gemsch (Verein Miteinander Valzeina). Moderation: WOZ-Redaktor Kaspar Surber.

So, 7. Dezember 2014, 17 Uhr, Gespräch ab 18.30 Uhr.

Alle Filme werden in Luzern im Stattkino, Bourbaki-Panorama, am Löwenplatz 11 gezeigt.

Migration

In der Reihe «Ökonomie und Rassismus im Migrations- und Grenzregime» von Kritnet Schweiz (Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung Knoten Schweiz) hält Martina Benz, Autorin des Buchs «Zwischen Migration und Arbeit», den Vortrag «Workers Centers und die Organisierung prekär Beschäftigter in den USA und in Deutschland».

Bern Kino in der Reitschule, Neubrückstrasse 8, 
Mi, 10. Dezember 2014, 19 Uhr.

Mikrokredite

Jahrelang galten Mikrokredite in der Entwicklungspolitik als ein goldener Schlüssel zur Armutsbekämpfung und zur Frauenempowerment. Inzwischen sind sie allerdings auch zum einträglichen Geschäfts- und Markterschliessungsmodell für Finanzinstitutionen und Konzerne geworden. Regierungen unterstützen sie, denn sie scheinen soziale Sicherungssysteme zu ersetzen. Doch die Armen geraten oft wegen hoher Zinsen und struktureller Hindernisse in Verschuldungsspiralen. Darüber diskutieren Christa Wichterich, Gastdozentin am Zentrum für Gender Studies der Universität Basel, und der Soziologe Philip Mader.

Basel Kollegiengebäude der Universität, 
Hörsaal 001, Di, 9. Dezember 2014, 20 Uhr.

Syrien

In der Ausstellung «Hinter Grenzen Fantasie» werden Bilder von syrischen Flüchtlingskindern gezeigt, die diese 2013 in Jordanien gemalt haben. Sie werden zugunsten eines Bildungsprojekts für syrische Kinder in Jordanien in einer Onlineauktion versteigert. Zudem findet eine Solidaritätsveranstaltung mit dem Kriegsreporter Kurt Pelda und mit Musik von Haissam Music, Rekonaize und Lucas Martin statt.

Wetzikon Kantonsschule, Bühlstrasse 36, 
Mi, 10. Dezember 2014, ab 19 Uhr. 
Ausstellung bis 9. Dezember 2014. 
www.kzo.ch/index.php?id=2067, 
www.syrianrefugeecrisis.com

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