Nr. 03/2015 vom 15.01.2015

Finale furioso fortissimo

Von Stephan Pörtner

Der berühmte Konzertpianist Randspeck sass völlig verdattert in seiner Gartenlaube und wartete auf bessere Zeiten. Die Musikindustrie, die ihn ein Leben lang geknechtet und ausgetrickst hatte, aber auch knapp hatte überleben lassen, erlebte eine derartige Krise, dass es ihm fast leidtun musste, vor allem um sich selber, da diese Krise nicht der Kalenderweisheit folgte und eine Chance für ihn darstellte, sondern sein Einkommen schmerzhaft nahe ans Existenzminimum drückte. Weil er wusste, dass es zu spät war, sich in einer anderen geldwertigen Disziplin umfassende Kenntnisse anzueignen, komponierte er eine Pfeffersonate, die derart krachte, dass er sie jahrelang an Kaufhausabbrüchen aufführen konnte.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben. Es ist ebenso wie «Mordgarten» unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich. www.stpoertner.ch

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