Nr. 15/2015 vom 09.04.2015

Dreinschredder macht blau

Von Stephan Pörtner

Kaum aus den Ferien zurück, hielt es Dreinschredder für angebracht, einen halben Freitag einzuziehen. «Du bist der Chef», sagte er sich, denn so war es, und seine Tätigkeit war mit Fleiss nur bedingt zu bewältigen. Im Freien machte sich das Frühlingshafte ganz ungeniert breit. Dreinschredder bestieg das Fahrrad, das den Winter gut überstanden hatte. Bald pedalte er frohgemut dem nächstbesten Gewässer entlang. Als der Uferweg abrupt endete, fand er sich in einer Kleinstadt wieder, die er ganz woanders verortet hatte. Vorsichtshalber bestellte er seinen Kaffee in einer Fremdsprache, die nicht verstanden wurde, bekam stattdessen ein Tortenstück und fuhr gestärkt heim.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben. Es ist ebenso wie «Mordgarten» unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich. www.stpoertner.ch

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