Nr. 35/2016 vom 01.09.2016

Die Geissel der Freizeit

Von Stephan Pörtner

Am Strand wurde Friesenfeld bewusst, was für eine Geissel die Freizeit den Menschen war. Es war nicht anzusehen, mit welch desperaten Mitteln sie diese zu vertreiben suchten. Unzählige Varianten des Hin- und Herwerfens von meist kugelförmigen Objekten, sperrigen Vorrichtungen, mit denen sie sich auf anstrengende Weise über Wasser halten oder unter die Oberfläche tauchen konnten, beobachtete Friesenfeld, wenn die Sicht nicht gerade von jenen behindert wurde, die den Strand auf und ab spazierten oder rannten. Wer sich nicht bewegte, ass oder trank oder fotografierte. Und alle sehnten sich, das spürte Friesenfeld deutlich, nach einem geregelten Tagesablauf und klar umrissenen Tätigkeitsfeldern.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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