WOZ News

Nr. 49 –

Ungesühnte

Milde urteilte die «Basler Zeitung» bezüglich der Basler Regierungsrätin Sabine Pegoraro: «Pegoraro trifft nur einen Teil der Schuld.» Der andere Teil der Schuld kommt von Fall zu Fall ungeschoren davon.
Jürg Fischer

Gescheuerte

Die Nationalrätin Christa Markwalder schrieb im «Velojournal»: «Auch deshalb anerkennt unsere Regierung die Vorteile des Fahrrads wund unterstützt die verkehrspolitische Gleichstellung des Veloverkehrs mit dem Fussverkehr und dem Wandern.» Die logische Konsequenz wäre die Anerkennung des Velofahrens durch die Krankenkassen.
Jürg Fischer

Beeinträchtigte

In der WOZ war zu lesen: «Mit Hirnstrommessungen wurde im Kanton Luzern untersucht, ob Bedürftige ihr Handycap übertreiben.» Wahrscheinlich ist uns vor dieser Formulierung das Smartphone zu Boden gefallen, deshalb fanden wir das Handycap keineswegs übertrieben.
Jürg Fischer

Variantenreiche

Ebenfalls in der WOZ stand: «Fidel Castro wird in Birán im Osten Kubas als unehelicher Sohn des Grossgrundbesitzers Angel Castro und dessen Hausangestellten Lina Ruz geboren.» Was Leser F. zur Frage verleitete, warum Vater Castros Hausangestellter einen weiblichen Namen trug und wie es den beiden Kerlen damals schon gelungen ist, ein Kind zu zeugen. Wir sagen mal: Socialismo y inmaculada concepción!
Jürg Fischer

Gehopfte

Der «Tages-Anzeiger» freute sich über Doris Leuthard: «Zehn Minuten sprach sie. Aus dem Stegreif. Mit Esprit, Humor und Panaché. Der Folgeredner wirkte dagegen blass, spröd und vergeistigt.» Der Berichterstatter war so angetan, dass er dem aus dem Englischen geborgten Panache (für Elan) einen beinahe bierernsten Akzent verpasste.
Jürg Fischer

Überflogene

«Im Video lamentieren sie über die Welt und ihre unzähligen Bedrohnungen», stand ebenfalls im «Tages-Anzeiger». Ja, auch wir ertragen die zunehmenden Drohnszenarien immer weniger und schlagen vor, den Spiess umzudrehen und häufiger zum Mittel des Drohnbriefs zu greifen.
Jürg Fischer

Zweckmässige

Dieselbe Zeitung berichtete über den zunehmenden Gebrauch von LSD-Mundspray im Kreativsektor und fragte staunend nach: «Jene Substanz, die Hippies von Alleinheitserfahrungen schwärmen und auch manchen rationellen Zeitgenossen tief in seine Seele blicken liess?» Dass der Blick in die Seele zu Hause im Wohnzimmer mittels Chemie weit effizienter möglich ist als in einem tibetischen Zenkloster, wussten halt schon unsere Altvordern.
Karin Hoffsten

Gelehrige

«Ich lehrte hier das Leben zu schätzen», legte die «Winterthurer Zeitung» dem SRF-Nahostkorrespondenten Pascal Weber in den Mund. Weil der im Interview über seine Erfahrungen in Kriegsgebieten jedoch gesagt hatte: «Das lehrte mich das Leben ungemein schätzen», empfehlen wir dem Personal, das für Titelsetzungen zuständig ist, die Regeln der deutschen Grammatik schätzen zu lernen.
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch