Nr. 51+52/2016 vom 22.12.2016

Keine Sprengung der Bank

Von Stephan Pörtner

Die Nationalbank war in einem Gebäude untergebracht, das in erster Linie im Weg stand. Nicht nur Tauben und Zugvögel donnerten dagegen, auch Touristinnen, Passanten und Flaneure stiessen sich ständig Schienbeine und Knie wund, weil ihnen der Klotz in die Quere kam. Weit weniger eindeutig als die Unverrückbarkeit war der Zweck dieses Bauwerks, weil die Menschen, die im Haus arbeiteten, es nur unterirdisch betraten, um nicht über tote Vögel und lädierte Fussgänger steigen zu müssen. Trotz im Internet mit Begeisterung aufgenommener Gerüchte, dass dort Anrüchiges und Verwerfliches vonstattengehe, kam die Initiative zur Sprengung der Bank aber nicht über zwölf Unterschriften hinaus.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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