Nr. 04/2017 vom 26.01.2017

Vergängliche Werte

Von Stephan Pörtner

Das Phänomen der massiven Nachfrage nach Werken kürzlich verstorbener Popstars drohte aus dem Ruder zu laufen. Zwar erhoffte sich die Käuferschaft eilig auf den Markt geworfener 180-Gramm-Vinyl-Boxsets ein gesteigertes Trauerempfinden und versuchte, sich ein jahrelanges Fantum der spätestens posthum zu Legenden erklärten Künstlern vorzugaukeln. Nicht einmal das Streamingzeitalter konnte den gesteigerten Verkäufen etwas anhaben. Da in naher Zukunft mit einem geradezu inflationären Ableben von gestandenen Pop- und Rockgrössen zu rechnen war, musste das über kurz zu Platzproblemen und über lang dann zu Enttäuschung führen, da selbst einhellig als ewige Werte gepriesene Künstler nur wenig später bereits dem Vergessen anheimfallen würden.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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