Nr. 12/2017 vom 23.03.2017

Apokalypse auf Schwedisch

Von Stephan Pörtner

Wieder einmal gerieten die Schweden ins Zentrum des Weltinteresses. Nicht wegen ihrer übermässigen Körperlänge, sondern weil ihnen nachgesagt wurde, sie würden von meuchelnden und brandschatzenden Horden überfallen. Da die Schweden zu ihrer Glanzzeit nichts anderes gewesen waren und sich darum in der Materie einigermassen auskannten, konnten sie derlei Heimsuchungen keineswegs bestätigen. Anstatt angstverzehrt in ihren schmucken Holzhäusern zu verharren, gingen sie in der touristisch uninteressanten Hauptstadt Stockholm weiterhin ihren gewohnten Tätigkeiten nach, von denen niemand wusste, worin sie bestanden. Die PropagandistInnen der Überfalltheorie liessen indes nicht locker, sie präsentierten einen entlaufenen Schweden, der bestätigen konnte, dass der Untergang unmittelbar bevorstand.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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