Nr. 17/2017 vom 27.04.2017

Das Unbehagen in der Kultur

Von Stephan Pörtner

Der seit dreissig Tagen im Kalender angestrichene Theaterabend, auf den die Hirzendanners mit grossen Erwartungen geblickt hatten, erwies sich nicht als der verfrühte Saisonhöhepunkt, als der er angepriesen worden war. Nicht nur war das renommierte Gastensemble in letzter Minute durch einen Kinderchor ersetzt worden, auch der Text wich aufgrund nicht eingeholter Aufführungsrechte vollständig von der beliebten Romanvorlage ab. Als dann noch die zweieinhalbstündige Verspätung grosszügig zur Aufführungszeit hinzugezählt wurde, um Rückerstattungsforderungen nichtig zu machen, ging ein Raunen durch das sonst so geduldige Publikum, und nur ein mitreissender Dialog, den zwei an der Bar beschäftigte Schauspielschülerinnen improvisierten, verhinderte einen handfesten Krawall.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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