Nr. 32/2017 vom 10.08.2017

Minderheiten, erhebt euch!

Von Karin Hoffsten

Noch immer wird die politische Schweiz vom Sommerloch beherrscht, das ausser der Berichterstattung über immer neue Bundesratskandidaturen alle Nachrichten verschlingt. In heissen, schlaflosen Nächten habe übrigens auch ich schon eine Kandidatur erwogen; ich würde nämlich nicht nur die Frauen als solche vertreten, sondern auch alle Frauen, die im deutschen Saarland aufwuchsen, seit vielen Jahren in der Schweiz leben und gern dystopische Romane lesen; allein im Kanton Zürich leben deren zwei – eine Minderheit, die immer wieder gern vergessen geht.

Ich nutze die Zeit der Themenarmut, um Ihnen Neues aus der Welt des Wissens zu berichten, das ich ohne «20 Minuten» niemals erfahren hätte, zum Beispiel: «Alkohol bestimmt Gesichtsform des Kindes».

Laut australischen ÄrztInnen «haben Kinder von Müttern, die nicht abstinent geblieben sind, etwas kürzere, leicht nach oben zeigende Nasen als der Nachwuchs von abstinenten Frauen». Mit Vorteil gehen Sie jetzt sofort zum Spiegel, und sollten Sie Kinder haben, nehmen Sie die am besten gleich mit.

Weil auch die recht grosse Minderheit von BürgerInnen mit kürzeren, leicht nach oben zeigenden Nasen in der Landesregierung vertreten sein sollte, rate ich, bei der KandidatInnenkür einen Physiognomiker beizuziehen; der kann auch beurteilen, ob diese Gruppe schon vertreten ist.

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