Nr. 37/2017 vom 14.09.2017

An den Grenzen der Sicherheit

Von Stephan Pörtner

Ob der Mann mit den leuchtgelben Schuhen der Auslöser für seinen Zusammenbruch gewesen war, liess sich danach nicht mehr mit Sicherheit sagen. Vielleicht war, wie Nachbarn vermuteten, das Wetter schuld, was kaum zutreffen konnte, da diese Leute aufgrund einer tief sitzenden Konfliktscheu und eines übertriebenen Harmoniebedürfnisses über andere Themen niemals auch nur nachdachten. Die üblichen Erklärungsmuster wie Berufsstress oder Globalisierung taugten in diesem Falle nichts, da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen war, dass er diese Phänomene nicht einmal vom Hörensagen kannte. Als er dank Spontanheilung genesen durfte, sprach man, kaum war er wieder der Alte, einfach nicht mehr davon.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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