Nr. 40/2017 vom 05.10.2017

Ein Missverständnis mit Folgen

Von Stephan Pörtner

Das Entgegenkommen ist eine weithin falsch verstandene und genau besehen sogar schädliche geistige und körperliche Regung. Sie führt zwar zu Begegnungen und Kompromissen, zu Kirchentagen und Wirtschaftsgipfeln, doch ebenso zu Frontalkollisionen und vermeidbaren Aufeinandertreffen. Was bei all diesen Arten der Entgegenkommensfolgen herausschaut, wird allgemein viel zu positiv bewertet und schamlos beschönigt. Wenig beachtet werden die verheerenden Auswirkungen, die das Entgegenkommen auf elegante Konzepte, hochtrabende Ideen und unausgereifte Utopien hat, die allesamt zu verdaulichen Projektvorlagen eingedampft werden, die durch Abseitsstehen, Wegdriften oder Davonrennen so nie zustande kommen könnten, was eine enorme Zeit- und Energieersparnis bedeuten würde, von der alle etwas hätten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

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