Nr. 06/2018 vom 08.02.2018

And the winner is …

Von Karin Hoffsten

Im goldenen Zeitalter der Hitparaden und Bestenlisten gibts ein neues Ranking. Wollen Sie raten, in welcher Disziplin? Unter den zehn Besten finden sich Arnold Winkelried, Ueli Steck, Wilhelm Tell und Jesus; Platz 19 teilen sich Oskar Schindler und Christoph Blocher, und unter den ersten fünfzig rangieren Napoleon, Roger Federer, Hannibal und Pfarrer Sieber, aber auch acht Damen, darunter Sophie Scholl, Rosa Parks, Mutter Teresa, Jeanne d’Arc und Angela Merkel. Unangefochten an der Spitze steht Nelson Mandela.

Die Forschungsstelle Sotomo hat 12 934 SchweizerInnen befragt, nicht nur nach ihren persönlichen und allgemeinen Einstellungen zu Mut, sondern auch, wer für sie der mutigste Mensch sei. Doch angesichts der Rangliste tobt nun auf blick.ch der Unmut. Jemand schrieb: «Um Himmelswillen! Wer wurde da gefragt?»

Denn der amtierende US-Präsident steht selbstverständlich auch auf der Liste: Er teilt sich Platz 24 mit Bertrand Piccard und Anne Frank. Aber wenn man die Prozentzahlen umrechnet, halten ihn von den Befragten nur 25 Frauen und 167 Männer für den Mutigsten – das geht doch noch, oder?

Auftraggeberin der Umfrage war übrigens die Allianz Suisse. Dass Ueli Steck Platz vier der Mutigenskala belegt statt Platz eins auf einer Skala für bodenlosen Leichtsinn, dürfte die Versicherung jetzt zum Anlass nehmen, die Unfallprämien bei Risikosportarten zu erhöhen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 88-385775-2
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH 75 0900 0000 8838 5775 2
Verwendungszweck Spende woz.ch