Nr. 12/2018 vom 22.03.2018

Zutrauen kaum vorhanden

«Abtreibung: Nicht Mutter werden», WOZ Nr. 10/2018

Die Mischung aus subjektiven Wahrnehmungen und «objektiven» Rahmenbedingungen zu Rechtlichem, Gesundheitlichem et cetera hat mich bereichert und informiert. Aufgrund meiner Erfahrung (Abtreibung 1984, mit neunzehn) meine ich, dass sich Rahmenbedingungen, Selbstverständnis, innere Bilder und das Verhalten der Involvierten generell zugunsten der Frauen verbessert haben – in diesem Bereich.

Ebenfalls aufgrund meiner aktuellen Erfahrung mit einem Frühkarzinom in der linken Brust muss ich leider feststellen, dass in andern Bereichen alles «beim Alten» geblieben ist: Frau wird als emotionales Bündel wahrgenommen, das vertrauen soll. Fachliche Informationen werden spärlich, widerstrebend und manipulativ gegeben: Zutrauen in die Denk- und Entscheidungsfähigkeit ist kaum vorhanden. Die Verfügbarkeit und Formbarkeit meines – weiblichen – Körpers liegt nicht bei mir, sondern bei den Fachpersonen. Die unreflektierte Übertragung von gesellschaftlichen Rollenbildern und Erwartungen an Frauen in spezifisch weiblichen Gesundheitsbereichen kann zu psychischem und physischem Leiden führen, das nicht nötig ist.

X. Y. (Name der Redaktion bekannt), per E-Mail

Herrschaftssprache

«Anna Gabriel: Die Separatistin, die die Republik zurückerobern will», WOZ Nr. 9/2018

Ich habe euren Artikel vom 1. März über die katalanische Politikerin Anna Gabriel gelesen und mich sehr gefreut, dass die WOZ informiert … bis ich über folgenden Satz gestolpert bin:

«Der Ende Oktober abgesetzte Präsident der Regionalregierung ist schon vor einiger Zeit nach Belgien geflohen, um sich einer möglichen Haftstrafe zu entziehen.» Rajoy und seine Regierung erklären die Entscheidung von Puigdemont wortwörtlich so! Puigdemont aber will und kann seine politische Arbeit für die katalanische Republik ab Brüssel regsam fortsetzen. Und das ist der Punkt. Oder denkt ihr, aus einem spanischen Gefängnis würde er mehr bewirken?

Lourdes Paniagua, per E-Mail

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