Nr. 12/2018 vom 22.03.2018

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Infragegestellte

Es ist immer erstrebenswert, Form und Inhalt in Einklang zu bringen, aber der Versuch dazu kann auch schiefgehen. Der «Tages-Anzeiger» schrieb: «Für Ernst Ulrich von Weizsäcker wird die heutige Ökonomie zwar immer sparsamer, aber wie wachse zu schnell.» Die sparsame Ökonomie des Medienhauses wurde da vom Versprechen zum Versprecher.
Jürg Fischer

Affenherstellende

Auch die Konkurrenz hat Mühe mit der Wirtschaftspolitik, die NZZ nämlich: «Türkische Waffenhersteller dringen auf den Weltmarkt vor. Sie gedeihen mit dem Rückenwind einer ationalistischen irtschaftspolitik.» Da können wir nur flehen: orrektorInnen, ehret den Anfängen! Leistet iderstand!
Jürg Fischer

Kreative

Zuweilen erwächst aus einer Lücke auch Neues, wie der «Raumord», kürzlich erschaffen vom «Tages-Anzeiger» – vermutlich in Abgrenzung zum weit harmloseren Glattmord. Ebenfalls verbreitet ist der Griff zu naheliegenden Ersatzlettern. So spielte der letzte «Tatort» laut «NZZ am Sonntag» «in der illegalen Auto-Renn-Azene». Wobei den Azenen zugegebenermassen ein ganz eigener Charme innewohnt.
Karin Hoffsten

Beseelte

Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete über «die grösste Rebellengruppe in dem Gebiet, die satanistisch geprägte Jaisch al-Islam». Offenbar ist die Entwicklung künstlicher Intelligenz inzwischen so weit fortgeschritten, dass bei blosser Erwähnung des Salafismus auch automatische Korrektursysteme den Teufel an die Wand malen.
Karin Hoffsten

Ahnungsvolle

«Schleichendes Unheil» witterte der «Kulturtipp» im Titel einer Romanbesprechung. Dort hiess es: «Wo letztlich alle und doch keiner die Schuld trifft, weil niemand mehr weiss, wie er sich verhalten soll.» Wie schon lange bekannt ist, teilen wir diese Besorgnis, hätten aber von Fall zu Fall für die zuständigen Stellen ein paar Verhaltenstipps.
Karin Hoffsten

Abgefahrene

Dass die Chemie mal nicht stimmt, hat häufig keine dramatischen Konsequenzen; doch in der Region Basel sollte man damit schon etwas vorsichtig sein und etwa mit Methanol ganz süüferli hantieren. Die «Basellandschaftliche Zeitung» berichtete online: «Auf der Autobahn A2 bei Muttenz herrschte am Mittwoch Explosionsgefahr. Ein Lastwagen mit 24 000 Litern Methadon verunfallte.» Dem Vernehmen nach blieb die Autobahn noch während Stunden zugedröhnt.
Jürg Fischer

Fliegende

Hoffnungsvolles gegen den herrschenden Verkehrsstau verheisst hingegen die schweizerische Bauzeitung «TEC21»: «Die chinesische Firma EHang testet Drohnen zur Personenbeförderung schon seit 2016 (…).» Da unter Drohnen explizit unbemannte Fluggeräte verstanden werden, dürften diesbezügliche Lösungen akrobatisch höchst anspruchsvoll werden.
Karin Hoffsten

Jurimedizinische

«Gerichte benachteiligen getrennte Väter», wusste die «NZZ am Sonntag». Dem Vernehmen nach soll es um postoperative Beschwerden gehen.
Karin Hoffsten

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