Nr. 14/2018 vom 05.04.2018

Kein Scherz weit und breit

Von Karin Hoffsten

Irgendwie war dieser 1. April ein Schuss in den Ofen. Trotz allem Suchen hab ich nirgendwo Scherze gefunden. Nur jede Menge Geschichten über den Herrn Jesus, der seinen Grabstein zur Seite geschoben haben soll, was ja schon für einen gesunden Mittdreissiger nicht ganz einfach ist, bei einem, der schon tot ist, aber undenkbar. Doch kaum traut man sich zu sagen: «Das gibts doch nicht! Das muss ein Scherz sein!», gibts Ärger.

Dass der Komiker René Rindlisbacher mit 0,9 Promille im Blut einen schweren Autounfall verursachte, war leider auch kein Aprilscherz – dass er dem «Blick am Abend» unmittelbar nach dem Crash versprach, sich nie mehr ans Steuer setzen zu wollen, schon eher. Dank des Sponsorings der japanischen Automarke Infiniti liegts in der Natur der Sache, dass Rindlisbacher den Fahrausweis sicher niemals abgeben wird.

Das neue Berufsziel des Direktors des Schweizer Hauseigentümerverbands (HEV) ist zwar schon länger bekannt, wurde aber am 1. April von der «SonntagsZeitung» erneut aufgegriffen: Ansgar Gmür will Pfarrer werden und studiert jetzt Theologie. Nun bin ich gespannt, wofür er sich dereinst im Hause des Herrn einsetzen wird. Schon jetzt sucht die Kirche ja aufgrund sonntäglicher Leere neue Mieter für ihre Gebäude; im Namen Gottes wird Gmür auch dort wortgewaltig verhindern wollen, dass die Anfangsmiete angefochten wird.

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