Nr. 27/2018 vom 05.07.2018

Gehirne entmachten!

Denken Sie wie ein Oktopus, liebe Leserin, lieber Leser! Einfach mal das Zentralhirn ein bisschen entmachten und die Nervenstränge in Ihren Extremitäten die Fragen des Alltags untereinander aushandeln lassen … Klappt nicht? Allenfalls müssten Sie zunächst ein paar Gene der sympathischen Achtarmer in Ihre DNA integrieren. Bevor Sie das spontan tun, lesen Sie besser mal den Artikel auf Seite 19 («Alle Kritter sollen gedeihen»).

Auch andernorts scheinen Zentralhirne entmachtet worden zu sein: Auf den Seiten 6 / 7 («Freiwillig funktioniert nicht», «Die utopische Kraft der Städte») gehts um den EU-Gipfel mit seinen «Lösungen» zur Migration einerseits, andererseits um europäische Metropolen, die Gegensteuer geben könnten. Im Inland wiederum wird gerade per E-Voting nichts weniger als die Demokratie aufs Spiel gesetzt, glaubt man einem ehemaligen IT-Sicherheitsexperten des Bundes (Seite 3: «Es wird garantiert gehackt»). Tentakeln Sie sich gut durch die Zeitung!

Weniger ist mehr

Wir haben die Druckerei gewechselt. Die WOZ, die Sie, liebe LeserInnen, in den Händen halten, ist die erste, die bei der Mittelland Zeitungsdruck AG gedruckt wurde. Und das hat dramatische Folgen: Da die Zeitung neu fünf Millimeter schmaler wird, passen weniger Buchstaben in die Artikel hinein. Im Schnitt werden die Texte um 2,7 Prozent kürzer. Laut Layouter M., der alle Musterseiten umgestalten musste, gehen so pro Ausgabe rund 5000 Zeichen verloren – ein Umfang, der etwa einer halben Zeitungsseite entspricht.

Wenn Sie nun meinen, wir würden Ihnen im Gegenzug 2,7 Prozent der Abogebühren erlassen, dann täuschen Sie sich gewaltig. Vielmehr stecken wir nun 2,7 Prozent mehr Liebe ins Kürzen von unnützen Füllwörtern, was im Ergebnis die Zeitung 5,4 Prozent besser macht. Wir brauchen das Geld ausserdem für Nachhilfe in Mathematik.

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