Nr. 34/2018 vom 23.08.2018

Bloss nicht ins Hotel!

Von Stephan Pörtner

Das Zelten erfreute sich immer grösserer Beliebtheit und reihte sich damit in die Tradition jener Tätigkeiten ein, die den Wandel vom aufwendigen Spezialinteresse zum Inbegriff von Spiessigkeit und Herdentrieb zur individualistischen Freizeitgestaltung durchgemacht hatten, ohne sich im Kern zu verändern. Selbst die in zwölf identischen, vom Reisebüro zur Verfügung gestellten VW-Bussen untergebrachten Familien fühlten sich gänzlich selbstbestimmt und badeten im eiskalten Fluss oder im geheizten Pool, froh, nicht in einer Hotelanlage untergebracht zu sein, nicht ahnend, dass sie sich in solch einer befanden, nur dass man hier das Zimmer selber mitbringen und den Platz mit den obligaten HolländerInnen teilen musste.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch