Nr. 38/2018 vom 20.09.2018

Sternenhimmel im Kopf

Von Donat Kaufmann

Damon McMahon alias Amen Dunes. Foto: Michael Schmelling

Sie sind vielschichtiger, als sie im ersten Moment erscheinen – die fragilen, psychedelisch angehauchten Folksongs von Damon McMahon alias Amen Dunes. Zwischen den wenigen Gitarrenakkorden steigen seine Textfragmente wie Sprechblasen aus der Tiefe einer stets melancholischen Seele auf und verbinden sich zu leuchtenden Kuppeln. Man möchte stundenlang darunter liegen, unter diesem Sternenhimmel im eigenen Kopf.

Über fünf Alben und knapp zehn Jahre hinweg hat Damon McMahon seinen Stil ständig weiterentwickelt. Blieben seine Motive auf Alben wie «Through Donkey Jaw» oder «Love» noch oft im Ungefähren – nicht zuletzt wegen einer riesigen Wolke aus Hall –, lässt er die HörerInnen mit seinem Anfang dieses Jahrs erschienenen Album «Freedom» näher an diese heran als je zuvor.

Das gilt auch für ihn selber: Mit «Freedom» nimmt McMahon sein eigenes Leben in den Blick. Nicht etwa, um es zu bilanzieren, dafür ist der Enddreissiger dann doch zu jung. Aber er begegnet seiner Biografie mit der Neugier von jemandem, der Seite für Seite durch ein Fotoalbum blättert. Und die aufkommenden Erinnerungen in ihrer Unmittelbarkeit zwischen seine Akkorde klemmt.

Zürich: Rote Fabrik, Fr, 21. September 2018, 20 Uhr.

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