Nr. 39/2018 vom 27.09.2018

Bildung tut not

Von Karin Hoffsten

Junge Männer wollen nicht mehr Soldat sein. Dabei müssen Vaterland und Volk doch geschützt werden. Angesichts der Not schlug die kantonale MilitärdirektorInnenkonferenz vor, Sicherheitspolitik in den Lehrplan aufzunehmen. Man hoffe, las ich im «Tages-Anzeiger», «eine positive Information an den Oberstufenschulen könnte helfen, dieses Problem zu lösen». Für die Lektionen soll der Bund «Fachpersonal» abordnen.

Auf bernerzeitung.ch kommentierte ein Leser, in Schulen werde «heute schon ohne böse Absichten der LehrerInnen alleine durch den Lehrplan relativ so manches ideologisch unterrichtet. Da ist es fair, wenn auch die Armee diese Chance erhält.» Zum Beispiel kann man im Unterricht auf das traditionelle Motto «Am Morgen ein Joint und der Offizier ist dein Freund» hinweisen.

Mehr auf Learning by doing setzt die Gemeinde Rafz, die direkt neben dem Sekundarschulhaus eine provisorische Kaserne betreibt. Der Zutritt zum Gelände ist verboten, im äussersten Fall werde «von der Schusswaffe» Gebrauch gemacht, steht auf einem Schild – gerade für bleiche Knaben eine herrliche Gelegenheit, nach endlosen Shootergames in der stickigen Stube mal wieder was an der frischen Luft zu erleben!

Im Übrigen hat der Bundesrat ja beschlossen, das Atomwaffenverbot nicht zu unterzeichnen, um unterm schützenden Nato-Nuklearschirm zu verbleiben. Wir sind also bombensicher.

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