Nr. 41/2018 vom 11.10.2018

Schluss mit dem Schlendrian!

Von Stephan Pörtner

Grozonder hatte beschlossen, sein Leben einem rigorosen Zeitplan zu unterwerfen. Anstelle des Schlendrians, der sich in all seinem Schaffen und Wirken breitgemacht hatte, würde ab sofort keine Minute mehr unverplant zerrieseln. Vom Augenblick an, da der Wecker ihn mit der positiven Botschaft «Ça plane pour moi» aus dem Bett und auf die Gymnastikmatte scheuchte, auf der er, während es draussen noch finster war, Körper und Geist stärkte, bis zum zeitigen Zubettgehen, dem eine Dreiviertelstunde erbauliche Lektüre folgte, war er produktiv wie ein Zwischenhändler. So erreichte er in einem Monat alle seine Ziele und konnte den Rest des Lebens planlos verplempern.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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