Nr. 49/2018 vom 06.12.2018

Die Folgen glühweinbefeuerter Spontankäufe

Von Stephan Pörtner

Tschoppenhauer tüftelte seit Jahrzehnten an der Entwicklung eines Heizsystems, das mit Weihnachtsgeschenken und Spontankäufen betrieben werden konnte, weil sich die Innenstädte selbst unbedeutender Schlafstädte Mitte November verlässlich in kunstbeschneite Normbudendörfer verwandelten. Die dort getätigten, glühweinbefeuerten Spontankäufe wurden so wenig benötigt wie das an Black Fridays und Cyber Weekends zusammenbestellte vermeintliche Luxusgut zum Schnäppchenpreis. Wenn sich diese Ware in Heizleistung umwandeln liesse, dachte Tschoppenhauer, würde sich die langsam konkret werdende Klimaerwärmung verhindern oder zumindest bremsen lassen, wodurch, und das war der Haken an der Sache, der Heizbedarf wieder steigen würde, die Geschenkmüllproduktion angekurbelt werden müsste und somit alles von vorn losginge.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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