Nr. 51/2018 vom 20.12.2018

Zweifelhafte Zahlen

«Nato: Im Eskalationsmodus», WOZ Nr. 49/2018

Jeden Montag freue ich mich auf die Auflage der WOZ im Zürcher Rathaus. Kritisch, tabulos, alternativ und geistvoll kommt sie daher. Danke!

Der in der Ausgabe vom 6.  Dezember erschienene Artikel zur Darstellung der militärischen Lage auf diesem Kontinent, «Nato: Im Eskalationsmodus», ist informativ und tiefgründig.

In einem Punkt dürften Ihre Recherchen jedoch nicht zutreffen. Sie schreiben «Rund 50 000 Soldaten aus 29 Nato-Staaten sowie Finnland und Schweden nahmen daran teil, 10 000 Panzer und Militärfahrzeuge, 250 Flugzeuge und 65 Kriegsschiffe kamen zum Einsatz.»

Diese Zahlen wecken Zweifel. Wenn mit 10 000 Panzern «Kampfpanzer» gemeint sind, dann absorbieren diese 40 000 Soldaten als Besatzungen. Dazu kommt ein Mehrfaches an Führungs-, Unterhalts- und Versorgungspersonal. Wie dazu noch 250 Flugzeuge und 65 Kriegsschiffe betrieben werden sollen, bleibt schleierhaft. Ohne tiefgründiges Studium der Faktenlage lässt sich sagen: entweder viel mehr Soldaten oder viel weniger Kriegsgerät.

Ich wünsche Ihnen schöne Winter- und Festtage!

Max R. Homberger, Oberst i Gst aD, per E-mail

Nur ein Mäntelchen

«Nach dem grossen Nein: Das Pendel steht still», WOZ Nr. 48/2018

In der WOZ waren offensichtlich viele erleichtert, dass die Selbstbestimmungsinitiative abgelehnt wurde, und ich weiss nicht recht, weshalb. Wir wissen doch nur zu gut, was an der Schweizer Grenze mit Flüchtlingen geschieht, wie Polizei und Grenzwacht mit ihnen umgehen, und dank der letzten WOZ-Ausgabe auch, was passieren kann, wenn wir jemandem helfen und es der Justiz nicht gefällt.

Was haben wir mit dem Nein an der Urne erreicht? Zu glauben, unsere Schweiz sei jetzt wieder in Ordnung? Was jetzt passiert, sei rechtens? Das Mäntelchen der humanitären Tradition hätten wir damit gerettet?

An der Urne wurde das rigorose Vorgehen gegen Flüchtlinge gefordert. Wollen wir nicht wahrhaben, dass der Mehrheit der Schweizer Bürger das Schicksal der Flüchtlinge doch ziemlich egal ist und damit auch die Menschenrechte? Sind uns Handel von Waren und Geld mit dem Ausland so viel wert, Flüchtlinge so wenig? Es wird kalt in der Schweiz, frostig kalt. Ein Mäntelchen hilft da nicht mehr viel.

Rolf Geisser, Seelisberg

Kurz und prägnant

«Kost und Logis: Wie viel Platz braucht dein Öl?», WOZ Nr. 50/2018

Ich gratuliere Bettina Dyttrich vielmals für den kurzen, prägnanten und trotzdem konkreten Text zu Ökobilanzen und Nahrungsmitteln. Mein fachliches Wissen zu den unbrauchbar vereinfachten Lebensmittel-Ökobilanzen ist in ihrem Text für den Normalverbraucher hervorragend verständlich destilliert.

Simon Gisler, Bern

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