Nr. 07/2019 vom 14.02.2019

Fussabdruck einer Waldschnecke

Von Stephan Pörtner

Von der ganzen Diskussion um das Klima, den Forderungen der Jugend, dieses zu schonen, sowie dem dadurch hervorgerufenen Widerspruch derjenigen Bevölkerungssegmente, für die unverrückbar die in James-Bond-Filmen der siebziger Jahre dargestellte Erlebniswelt die Erfüllung allen, wenn nicht menschlichen, so zumindest männlichen Strebens darstellte, bekam Wimmelsdorf rein gar nichts mit. Dabei war seine durch gepflegte Faulheit und latente Sozialphobie geprägte Lebensweise klimatechnisch geradezu vorbildlich. Weil er kein Bedürfnis verspürte, das Sofa gegen eine Hängematte in tropischen Ländern einzutauschen, noch jemals eiliger als zu Fuss irgendwohin gelangen wollte und der Anhäufung jeglicher Habe abhold war, hinterliess er den ökologischen Fussabdruck einer Waldschnecke.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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