Nr. 12/2019 vom 21.03.2019

Kein Herz für Einbeinhüpfer

Von Stephan Pörtner

Auf einem Bein zu hüpfen, war beim besten Willen nicht schwierig, und es als Trendsportart oder Fitnesshype zu kommerzialisieren, wäre selbst der ausgefuchstesten Sportmarketingagentur nördlich der Cevennen schwergefallen. Als Fortbewegungsmethode denkbar ungeeignet, erfreute es sich doch einer gewissen Beliebtheit bei exzentrischen Randfiguren, Yoginis und Flamingos. Wobei Letztere mehr standen als hüpften, aber das hatte die Natur so eingerichtet, und die wusste bekanntlich, was sie tat, sofern sie sich nicht gerade ihren Launen hingab. Im Stadtbild jedoch, da war sich die Fachwelt einig, hatten Einbeinhüpfer, im Gegensatz zu Joggern, Skaterinnen und E-Trottinett-Flitzern nichts verloren und riskierten hohe Bussen oder gar Haftstrafen.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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